Asterix
Asterix und sein Freund Obelix leben in einem kleinen Dorf im Nordwesten Galliens. Es ist der einzige Teil des Landes, der nicht bis zum Jahre 50 v. Chr. von Gaius Julius Caesar erobert wurde. Die Einwohner des Dorfes haben aufgrund eines Zaubertrankes, der vom Druiden Miraculix gebraut wird, übermenschliche Kräfte. Asterix zeichnet sich durch besondere Pfiffigkeit aus. Obelix ist von Beruf Hinkelsteinhersteller und -lieferant und hat enorme Kraft. Er ist als Kind in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen, dessen Wirkung seither anhält. Auf vielen Abenteuern werden sie von Obelix' kleinem Hund Idefix begleitet. Viele Bücher der Asterix-Reihe drehen sich um Versuche der römischen Armee, den Druiden am Brauen des Zaubertranks zu hindern oder den Zaubertrank für eigene Zwecke zu nutzen. Natürlich scheitern diese Versuche regelmäßig an Witz und Stärke von Asterix und Obelix.
In vielen Büchern geht es auch um Reisen von Asterix und Obelix in alle Teile der antiken Welt (und darüber hinaus). Dabei werden spezifische Eigenarten der Völker aus französischer Sicht parodiert. So werden die Briten bei der Rasenpflege einzelner Halme dargestellt, die pünktlich um 5 Uhr ihre Tasse heißes Wasser mit Milch (Teeblätter werden erst durch Asterix als Kulturbringer eingeführt) trinken. Die Goten (sinnbildlich für Deutschland) erscheinen mit Pickelhaube à la Otto von Bismarck, die Normannen als furchtlose Krieger, die Calvados aus Schädeln trinken. Asterix und Obelix müssten eigentlich auch als Entdecker Amerikas gelten, da sie bereits 1.050 Jahre vor Leif Eriksson dort waren und wieder heil zurückkehrten (Band 22: Die große Überfahrt). Die klischeehafte Darstellung anderer Völker karikiert zugleich in selbstironischer Weise die Besonderheiten der französischen Weltsicht selbst.
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Gleichwohl stellen die Asterix-Bücher die Welt zur Zeit des Imperium Romanum mit für dieses Genre erstaunlicher Genauigkeit dar, die aber immer wieder humorvoll durch Anachronismen gebrochen wird. Goscinny erweist sich hierbei als exzellenter Kenner der Antike, ausgestattet mit einem äußerst subtilen Humor. Aber auch seine Erfahrungen mit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg prägen die Grundidee der Asterixgeschichten: Das unbeugsame Dorf symbolisiert die Resistance, das Römische Reich steht für die deutschen Eindringlinge. Nach Goscinnys Tod im Jahr 1977 führte der Zeichner Uderzo die Comicreihe alleine fort. Für viele Asterixkenner ist diese Zäsur deutlich erkennbar.
Die Bücher wurden in rund 80 Sprachen übersetzt, darunter auch Latein, Griechisch, Esperanto und Plattdeutsch, hinzu kommen zahlreiche Dialekte, insbesondere in Deutschland. Für die hochdeutsche Übersetzung der Bände war bis Band 29 Gudrun Penndorf verantwortlich, danach Adolf Kabatek und Michael F. Walz. In allen Sprachen wurde auf eine qualitativ hochwertige Übersetzung geachtet. So wurden die unzähligen Wortspiele und subtilen Andeutungen an zeitgeschichtliche Ereignisse nicht einfach aus dem Französischen übersetzt, sondern es wurden in der Zielsprache Neue gebildet, die in dieser Sprache und kulturellem Umfeld Sinn ergeben. Obwohl der Plot immer derselbe ist, lässt die Lektüre der Geschichten in verschiedenen Sprachversionen immer wieder Neues entdecken. Allerdings erfährt auch die deutsche Übersetzung in den jüngsten Bänden, speziell in Band 31 ("Asterix und Latraviata"), mittlerweile scharfe Kritik aufgrund zu plakativer Anlehnungen an das Tagesgeschehen in Deutschland.
Regelmäßig werden in den Texten auch lateinische Sprichwörter und Zitate verwendet (z. B. alea iacta est), neu geprägt wurde delirant isti Romani: „Die spinnen, die Römer“. In der italienischen Ausgabe bot sich hierfür ein geniales Wortspiel an: "Sono Pazzi Questi Romani", kurz SPQR. Die lateinischen und französischen Fassungen werden auch gerne im Fremdsprachenunterricht eingesetzt.
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